Wir über uns - Unsere Geschichte

Bereits seit dem Jahr 1905 wird Leichtathletik in Xanten betrieben. Doch darf sich niemand die Leichtathletik vor rund 110 Jahren so vorstellen, wie es heute üblich ist. Teilnahmen an Wettkämpfen waren selten. Zudem stellte die Leichtathletik ein Teilbereich des Turnens dar, was sich erst Mitte der dreißiger Jahre langsam änderte. Nach dem zweiten Weltkrieg dauerte es lange bis sich die Leichtathletik wieder erholte. Erst im Jahre 1952 begannen einige Jugendliche, unter Führung von Willi Fröhling, längere Strecken zu laufen. In den darauffolgenden Jahren setzte Alfons Ida die ersten entscheidenden Impulse. Zwar für auswärtige Vereine startend gewann der Domstädter mehrere Deutsche Meistertitel über die Langstrecke. Dies war wohl auch der Grund für die große Begeisterung von Obmann „Henneken“ Heinrich Tervoort, der eine kleine Läufergruppe um sich scharte und förderte.

 

Doch erst mit der Rückkehr von Alfons Ida in seine Heimatstadt nahmen auch Xantener an Deutschen Meisterschaften teil und liefen Niederrheinrekorde. Der Erfolgreichste war zu jener Zeit Erich Nabbefeld, der nach zwei dritten Plätzen 1958 und 1959 im Jahr 1960 Deutscher Juniorenmeister über die 5000 Meter wurde. Im selben Jahr erreichte Hans Tervoort bei den Männern den Endlauf über 3000 Meter Hindernis. Ein jähes Ende nahm diese Entwicklung durch den plötzlichen Tod von „Henneken“ Tervoort.

 
„Henneken“ Tervoort und Erich Nabbefeld

Erst im Jahr 1963 kam unter der Leitung von Heinrich Gundlach wieder eine Gruppe zusammen, die intensiv trainierte und ab dem 1967 fast in jedem Jahr an Deutschen Meisterschaften teilnahm, dieses Mal waren es die Mehrkämpfer. In den siebziger Jahren trat eine neue Generation, die neben ihren Spezialdisziplinen ebenfalls den Mehrkampf pflegte, ins Rampenlicht. Die Sportler übertrafen häufig die Leistungen ihrer Vorgänger, erreichten hervorragende Platzierungen auf überregionaler Ebene und gewannen Nordrheintitel. Fast jährlich reisten Athleten zu den Deutschen Meisterschaften. Erstmals spielten auch Mädchen eine Rolle im überregionalen Leistungsbereich. Gegen Ende der siebziger Jahre nahm das Niveau kontinuierlich ab, Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften blieben aus.

 

Von da an kündigte sich eine Zeit an, in der der weibliche Bereich die Xantener Leichtathletik bestimmte. Herausragende Athletin war Bettina Rösen, die von 1980 bis 1984 zur deutschen Spitze der jugendlichen Diskuswerferinnen zählte. Nach dem Westdeutschen B-Jugendtitel 1980 wurde sie 1982 Deutsche Jugendmeisterin und 1984 Deutsche Juniorenmeisterin im Diskuswerfen. Ihre Weite von 53,26 Metern im Jahr 1983 blieb lange Nordrheinrekord der weiblichen Jugend A und ihre Bestleistung von 56,44 Metern im Jahr 1985 wird in Xanten lange nicht übertroffen werden. 

 
Bettina Rösen im Trainingslager

Die langjährige Trainertätigkeit von Heinrich Gundlach, heute erster Vorsitzende des TuS Xanten, klang aus. Jürgen Fritsch übernahm die Trainingsleitung einer Mädchengruppe. Auch im männlichen Bereich wird ein neuer Trainer gefunden. Volker Götteng trainiert die Schülergruppe, die schnell gute Platzierungen auf Nordrheinebene erreichte. Ralf Schönhoff qualifizierte sich im Kugelstoßen für die Deutsche B-Jugend-Meisterschaft. Von der einstigen Stärke auf den Laufstrecken blieb wenig übrig.

Dies änderte sich erst, als im Herbst 1988 kam Manfred Gehrmann kam, selbst einst Athlet im olympischen Vorbereitungskader für die Olympischen Spiele 1964 und 1968 über die Marathonstrecke. Mit großem Geschick baute er eine Läufergruppe auf. Boris Rosenkranz und Frank Klein qualifizierten sich mehrfach bei Deutschen Meisterschaften. Hierbei wurde allein Frank Klein viermal Neunter über 2000 Meter Hindernis, 1500 Meter (Halle) und 15 Kilometer. Große nationale Erfolge folgten mit der zweiten Generation: 1997 errang Jeannine Hagedorn den Deutschen Jugend Meistertitel über die 3000 Meter in Lüdenscheid. Ein Jahr zuvor hatte Jeannine Hagedorn über dieselbe Distanz bereits den sechsten Rang errungen. Über 5000 Meterstrecke überquerte sie 1997 als Fünfte die Ziellinie. Als schnellste 14- und 15-Jährige Deutschlands über die 800 und 2000 Meter begeisterte Veronika Otto die Xantener. Bei den Deutschen Jugend Meisterschaften in Duisburg wurde sie Sechste über die 1500 Meter. Im Jahr 2005 folgte ein weiterer Höhepunkt als Mareike Gehrmann bei den Deutschen Halbmarathon Meisterschaften der Juniorinnen als Fünfte über die Ziellinie lief.

Auch auf Westdeutscher Ebene wussten die Xantener Läufer zu überzeugen: Im Jahr 1995 gewann Jeannine Hagedorn (W15) über die 3000 Meterstrecke den ersten Westdeutschen Meistertitel in Hagen. Im Jahr 1999 folgte Titel Nummer zwei durch Mareike Gehrmann (W15) und 2007 Titel Nummer drei durch Riccarda Angenendt jeweils über die 3000 Meter. Über 25 Nordrheintitel zählen zur Erfolgsbilanz der Läufergruppe um Manfred Gehrmann. Nordrheinmeister wurden u.a.: Jeannine Hagedorn, Boris Rosenkranz, Frank Klein, Veronika Otto, Mareike Gehrmann, Matthias Otto, Riccarda Angenendt und Annika van Hüüt. Im Jahr 2010 beendete Manfred Gehrmann seine Trainertätigkeit, ist aber noch als gefragter Berater aktiv.


Manfred Gehrmann und Jeannine Hagedorn (1997)

Im Jahr 2000 entstand um Alfons Ida eine weitere Läufergruppe. Als Leistungsträger zeigten sich hier Silvia Otto, Christopher und Raphael Deckers, die alle Nordrheinnormen erreichten. Im Jahr 2002 gewann Raphael Deckers (M14) sogar die Bronzemedaille über die 3000 Meter. 2005 und 2007 qualifizierte er sich zudem für die Deutschen Jugend Meisterschaften.

Trotz dieser Erfolge auf der Laufbahn blieben die Techniker aber nicht auf der Strecke. Anfang der neunziger Jahre sorgten sich Gerd Reinders und seine Tochter Ina um den jungen Nachwuchs im Sprint und technischen Disziplinen. Im März 1993 übernahm Heinrich Bogusch die älteren Jugendlichen aus diesem Team. Die größten Erfolge errang Hochspringer Tim Friese, der sich mehrmals mit Sprüngen über die 2 – Metermarke für die Deutschen Jugend Meisterschaften qualifizierte und sich dort stets gut platzierte. Auch Friederike Barenhorst (W14) nahm an den Deutschen Mehrkampf Meisterschaften im Blockmehrkampf Sprint/Sprung (1999) teil und qualifizierte sich im Jahr 2001 als B-Jugendliche über die 100 Meter Hürden. Bereits als junge Schülerin machte das Nachwuchstalent Antonia Willemsen auf sich aufmerksam. Nach mehreren Vereinsrekorden und Nordrheinnormen schaffte sie 2010 als Vierzehnjährige die Qualifikation im Blockwettkampf Sprint/Sprung für die Deutschen Mehrkampf Schüler Meisterschaften.

Einen neuen Impuls zur Förderung des Nachwuchses setzte Adelheid Gehrmann Mitte der 90er Jahre mit ihre Kinder- und Jugendleichtathletikgruppe. Einen der zahlreichen sportlichen Höhepunkte setzte die damals 10-jährige Lisa Schmidtke, als sie die 5 Kilometer in 19:46 Minuten meisterte. Zu den weiteren jungen Talenten zählten Eileen Mewes und Joeline Wiegandt, die bereits im Alter von 10 und 11 Jahren mehrere Vereinsrekorde im Sprint- und Sprungbereich knackten. Heute machen vor allem Luise Benthaus, Isabelle Moska, Lena Noack und Lennart Grote auf sich aufmerksam.  

2001 wählten die Xantener Leichtathleten mit Adelheid Gehrmann als erste Frau zur Abteilungsleiterin. Adelheid Gehrmann wurde damit Nachfolgerin von Jürgen Fritsch, der ihr bis 2015 als Kassenwart zur Seite stand und sich dann nach 25 Jahren aus dem Leichtathletikvorstand verabschiedete. Seit dem Jahr 2017 ist Anna-Lina Dahlbeck  Stellvertretende Abteilungsleiterin. Andrea Böhmer  ist Kassenwartin. Mit einer professionell gestalteten Homepage wurden die Xantener Leichtathleten zu den Vorreitern.

Für ihre beständige Arbeit wurden Adelheid und Manfred Gehrmann im Herbst 2002 vom Leichtathletikverband Nordrhein mit der goldenen Nadel (Manfred Gehrmann) und der silbernen Nadel (Adelheid Gehrmann) ausgezeichnet. Im Jahr 2011 folgte dann die goldene Nadel für Adelheid Gehrmann. Ein großes Lob von den Freunden der Leichtathletik erfuhr aber auch die Abteilung für die langjährige Ausrichtung des Crosslaufes der Xantener Schulen, weil dort zahlreiche Talente den Weg zur Leichtathletik fanden. 


Auszeichnung 2002: Adelheid Gehrmann, Hans-Peter Schmitz (Vorsitzender des Kreises Rhein-Lippe), Walter Beienburg (Vertreter des Deutschen Leichtathletik Verbandes), Heinrich Gundlach (1. Vorsitzender des TuS Xanten), Christian Strunk (damaliger Bürgermeister), Manfred Gehrmann (v.l.n.r.)

Im Rahmen des 90-jährigen Vereinsjubiläums im Jahr 1995 riefen Manfred Gehrmann und Heinrich Gundlach den Internationalen Xantener Citylauf ins Leben. Über die Jahre etablierte sich der Internationale Xantener Citylauf zur Traditionsveranstaltung und löste dabei den traditionellen Schulcross ab. Durch die Einbindung in eine Laufserie mit dem Donkenlauf in Neukirchen – Vluyn und den Schlossparklauf in Moers, sowie dem Sponsoring durch ENNI gab es in der Teilnehmerzahl einen gewaltigen Schub. Im Jahr 2016 meldeten sich insgesamt 1.651 Läufer an – aktueller Teilnehmerrekord!

Die gute Organisation des Citylaufes überzeugte auch den DLV, der dem TuS Xanten 1999  die Ausrichtung der Deutschen Halbmarathon Meisterschaft übertrug. Drei Deutsche Rekorde wurden in Xanten erlaufen. Das Lob für die gute Organisation blieb nicht aus. Die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft ist sicherlich ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte.

Ein weiterer Gewinn war es als Werner Speckert 2012 Trainer im TuS Xanten wurde. Allein Tochter und Diskuswerferin Charlotte Speckert gewann von 2012 bis 2015 vier Nordrhein Meistertitel. Ergänzend baute Werner Speckert eine Mehrkampfgruppe auf, der sich im Jahr 2013 auch Luca Schumacher anschloss. 2014 erntete das Team die ersten großen Früchte auf nationaler Ebene: Rang sieben bei den Deutschen Jugend Meisterschaften für Charlotte Speckert (weibliche Jugend U18) im Diskuswerfen und Rang acht für Luca Schumacher (Junior) im Zehnkampf und Rang neun im Speerwurf. 2015 überzeugte Charlotte Speckert im Diskuswerfen erneut mit Rang neun bei den Deutschen Jugend Meisterschaften. Im Nachwuchsbereich machte Franziska Schuster (W13) aehrtuf sich aufmerksam. Sie knackte mit 12,83 Sekunden im selben Jahr den seit 1961 bestehenden Vereinsrekord über 100 Meter.

Neben der Kinder- und Jugend-Leichtathletik entstand im Laufbereich auch eine starke Erwachsenengruppe, die bei Meisterschaften und Volksläufen in der hiesigen Region startet. Hier machen besonders Anna-Lina Dahlbeck, Christoph Verhalen, Freddy de Haas, Riccarda und Michael Schlimnat sowie Carina Fierek auf sich aufmerksam, aber auch Nicole Höfer, die 2014 Westdeutsche Meisterin über die 5000 Meter der W30 wurde. Im April 2016  wurde Carina Fierek, Oberkriminalkommissarin, für ihre erfolgreich absolvierten Marathonläufe im Einzeln und mit ihrer TuS Xanten Mannschaft als zu den besten Polizeisportlerinnen gehörend von Innenminister Ralf Jäger geehrt.


Eintrag ins Goldene Buch: Abteilungsleiterin Adelheid Gehrmann, Bürgermeister Thomas Görtz, Anna Lina-Dahlbeck und TuS-Vorsitzender Heinrich Gundlach (2016)

Den größten Erfolg seit 1997 errang im Jahr 2016 Anna-Lina Dahlbeck mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Crosslauf der W35. Als vierte Deutsche Meisterin der Xantener Leichtathleten trug sie sich in das Goldene Buch der Stadt Xanten ein. Diesen besonderen Erfolg wiederholte die Domstädterin nach einer Verletzungspause im Jahr 2017 und erneut und gewann damit den sechsten Deutschen Meistertitel für den TuS Xanten. Trainingskollege Christoph Verhalen (M35) wurde bei der Deutschen Cross Meisterschaft Sechster.  

Für weitere Höhepunkte sorgte im Jahr 2017 Franziska Schuster (W15). In schnellen 11,69 Sekunden wurde Franziska Deutsche Vizemeisterin über die 80 Meter Hürden. Mit einer so guten Leistung machte Franziska Schuster auch den Deutschen Leichtathletik Verband auf sich aufmerksam und wurde zur Belohnung im Bundeskader "Hürden" aufgenommen. Daneben erreichte sie bei den Deutschen Titelkämpfen einen fünften Platz über die 100 Meter und einen zwölften Rang im Blockwettkampf Sprint/Sprung. Trainingskamerad Nicolas Mayer (M15) erreichte Rang 14 über die 300 Meter.  


Franziska Schuster (2017) - Deutsche Vizemeisterin über 80 Meter Hürden der W15

Der intensiven Förderung vieler Disziplinen in der Leichtathletik ist es zu verdanken, dass sich seit dem Jahr 2010 wieder jährlich Xantener Leichtathleten in der DLV-Top-30-Bestenliste, also unter den besten 30 Athleten Deutschlands, wiederfinden und mit der DLV-Bestennadel ausgezeichnet werden: 2010 Antonia Willemsen (W14) über die 80 Meter Hürden, 2011 Riccarda Angenendt und Annika van Hüüt (beide Juniorinnen) über 2000 Meter Hindernis, 2012 Charlotte Speckert (W15) mit dem Diskus, 2013 Charlotte Speckert (weibliche Jugend U18) im Diskuswerfen und Luca Schumacher (Junior) im Speerwerfen. Im Jahr 2014 ging die DLV-Bestennadel an Anna-Lina Dahlbeck im Marathonlauf der Frauen, Riccarda Angenendt (Juniorinnen) über die 10000 Meter, Charlotte Speckert (weibliche Jugend U18) im Diskuswerfen und Luca Schumacher (Junior) im Int. Fünfkampf, Zehnkampf und Speerwerfen. Für seine guten Leistungen im Fünfkampf wird Luca Schumacher (Junior) für das Jahr 2015 erneut die DLV-Bestennadel erhalten. Im Jahr 2016 erhielt Luca Schumacher die DLV-Bestennadel als drittbester Athlet im Int. Fünfkampf der Männer. 2017 erhielten die DLV Bestennadel: Franziska Schuster (W15) über die 80 Meter Hürden, 100 Meter, im Blockwettkampf Sprint/Sprung, im Siebenkampf und im Hochsprung sowie Nicolas Mayer (M15) über die 300 Meter.

In den letzten 111 Jahren haben wir schöne und große Erfolge durch unsere Athleten und Trainer erzielt. Wir hoffen, dass wir weiterhin so eine stolze Bilanz vorweisen können und noch viele Jahre es schaffen, Menschen für die Leichtathletik zu begeistern.

1905 - 2017